Demotivation in der Krise?

Warum Sie sich in Krisenzeiten besonders um Ihre Mitarbeiter kümmern sollten:

Die Welt stand für ein paar Tage auf dem Kopf, als Mitte März verkündet wurde, dass unsere Wirtschaft stillstehen soll. Panik, Verleumdung, Resignation,… die gesamte Gefühlspalette war in den Unternehmen zu finden. Es war bis zu diesem Moment unvorstellbar, dass Betriebe, ja sogar ganze Branchen ihr Tagewerk niederlegen und von einem Tag auf den anderen Kurzarbeit anmelden würden. Doch viele Unternehmen haben diesen Schritt gesetzt. Für manche, war es das erste Mal in der Firmengeschichte, dass sie Ihre Mitarbeiter (kurzfristig) nach Hause schicken mussten. Euch allen sei hier für euren Mut gedankt. Dieser Schritt ist euch sicher nicht leicht gefallen.

Herz in der Krise

Gestern hatte ich ein virtuelles Coaching mit einer Führungskraft, die seit Anfang April in Kurzarbeit ist. Manfred ist 42 Jahre alt und ein echter Profi, wenn es um technische Zeichnungen geht. Er hat mir erzählt, dass er den Umgang seines Arbeitgebers mit der Krise äußerst bedenklich findet. Zuerst wurde bis Ende März gar nichts verändert: Alle mussten weiterhin persönlich ins Büro, es gab keine Sicherheitsmaßnahmen, Homeoffice wurde zwar im äußersten Notfall genehmigt, aber jede einzelne Besprechung wurde ausschließlich in der Firma abgehalten. Ende März saß Manfred wieder mit elf Kolleginnen und Kollegen im Besprechungsraum und dann wurde von einem Projektleiter verkündet, dass alle das Formular für die Kurzarbeit unterschreiben müssten.

Keine Erklärung, keine Details, keine persönliche Anwesenheit der zuständigen Führungskraft – einfach nur unterschreiben. Natürlich hat sich keiner getraut zu fragen, was das soll. So hätte Manfred seinen Arbeitgeber nicht eingeschätzt. Er sei enttäuscht und hätte sich mehr Informationen und eine bessere Kommunikation gewünscht. Ob er nach der Krise in der Firma bleiben wird, ist für ihn unklar.

 

Was war geschehen?

Gerade in der Anfangszeit haben sich viele Unternehmen schwer getan, die Kommunikation im Unternehmen aktiv zu gestalten. So viele Dinge waren noch unklar. Viele Informationen lagen einfach noch nicht auf und man konnte ja nicht abschätzen, was denn andere Firmen machen würden. Erst nach und nach wurde das Bild klarer.

 

In dieser ganzen Verwirrung ist mir jedoch ein Unternehmen aufgefallen:

Eine Freundin arbeitet in einem Handelsbetrieb. Sofort am ersten Tag hat die Chefin eine Videobotschaft an alle Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter geschickt. In dieser teilte sie mit, dass sie selber von den Vorgaben überrumpelt worden war, sie diese aber für sehr sinnvoll und notwendig erachte. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden deshalb gebeten, zu prüfen, ob sie ihre Arbeit von zu Hause aus machen können und sie sollten bitte melden, was sie dafür alles brauchen. Sie bat auch um Geduld, nicht alles könne sofort umgesetzt werden und es werde anfangs sicher auch technische Schwierigkeiten geben. Sie sei jedoch ganz sicher, dass sich in ein paar Tagen alles eingespielt haben würde.

Die Mitarbeiter stellten sofort ihre private Infrastruktur zur Verfügung, damit alles so schnell wie möglich umgesetzt werden konnte. Die Mitarbeiter der IT-Abteilung arbeiteten unter Hochdruck. In den ersten Tagen gab es täglich eine kurze Videobotschaft der Chefin und bald lief die Arbeit wieder fast normal. Viele Abläufe waren schnell und unbürokratisch geändert worden. Das betraf vor allem die Buchhaltung: Bisher war  jede Rechnung manuell ausgedruckt, bearbeitet, abgelegt und archiviert worden. Ab sofort wurden diese, sowie auch Formulare im Personalbereich elektronisch zur Verfügung gestellt. Dadurch konnten  Effizienz und Userbility nicht nur kurz-, sondern langfristig verbessert werden.

 

„Ich hatte eine riesen Angst, aber es blieb mir nichts anderes übrig, als mitten durch zu laufen“.

Zusätzlich zu den ganzen organisatorischen Maßnahmen wurde allen Mitarbeitern ein virtuelles Coaching angeboten. „Wir können von den Mitarbeitern nicht verlangen, dass sie alle Veränderungen mittragen und sie dann bei der Umsetzung alleine lassen.“ Die Umsetzung ist zwar ohne große Probleme abgelaufen, dennoch fehlt jetzt für die Mitarbeiter ein wichtiger Teil der Arbeit: der persönliche Austausch – face-to-face. Wie läuft das Homeoffice? Ist es mit der Familie vereinbar?

Diese Fragen zu stellen und auch die Antworten zu hören sind für eine vertrauensvolle Arbeitsumgebung notwendig. Fehlendes Vertrauen äußert sich im Arbeitsalltag sehr häufig durch Demotivation. Eine Möglichkeit, um die Motivation der Mitarbeiter in Krisenzeiten hoch zu halten ist also, mit ihnen zu kommunizieren und zu zeigen, dass man auch in solchen Zeiten eine Organisation sei, die Ihre Mitarbeiter nicht hängen lässt.

 

Jetzt haben alle Unternehmen, die sich Mitarbeiterorientierung als eines der obersten Ziele gesetzt haben, die Chance, dies auch zu beweisen. Denken wir daran: In ein paar Wochen wird das Wettrennen um die besten Mitarbeiter wieder in vollem Gange sein. Reihen auch Sie sich ein in die Riege jener Unternehmen, die stark durch die Krise gehen und mit dem vielleicht entscheidenden Vorsprung wieder durchstarten können.

 

Fotocredit: Adobe Stock @Daxiao Productions

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